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Woher stammt eigentlich der Dialekt im Ruhrgebiet?


Woher stammt der Dialekt im Ruhrgebiet? Zum Beginn der Industrialisierung war das Ruhrgebiet dünn besiedelt und kaum erwähnenswert. Erst mit der Industrialisierung kamen die verschiedensten Dialekten zusammen und ein Sprachwirrwarr begann. Hauptsächlich vermischten sie die Sprache aus dem Rheinländischen, dem Sauerländischen, dem Westfälischen und den Dialekten aus Schlesien (Polen/Tschechei) sowie viele andere Dialekten aus dem deutschsprachigen Raum.
Zu der Industrialisierung wurden tausende Arbeitskräfte benötigt und sie kamen überall her. Woher die Menschen kamen ist Heute noch gut an dem Nachname zuerkennen.

Aber, egal. Es ist ein einmaliger Dialekt entstanden mit einen eigenen Scharm. Viele mögen die Menschen aus dem Pott wegen seiner Direktheit und Ehrlichkeit.


Ich weiß nich, wat soll dat bedeuten

Ich weiß nich, wat soll dat bedeuten,
Dat ich so bräsig sein tu,
Ne Schote vertell ich euch Leutken,
Die läßt mich nich mehr in Ruh.

Der Abend waa schubbig und trocken,
Am Rhein waa unten nix los,
Ich süppelte grade en Schoppen,
Und den Lorenz pillerte bloß.

Dann, oben auf son Huckel,
Da sah ich ne Mudder, ne satte,
Ers dacht ich, se hätte en Buckel,
Doch se kämmte nur ihre Matte.

Se steht auf ihrn Putz und Gesänge,
Denn en töfftet Lied se tut schallern,
Kommt jez nich gleich wat inne Gänge,
Dann tu ich mich noch einen ballern.

Da kommt son Fürst aufen Schiffe,
In son urigen Mickerkahn,
Der Tüpp kuckt nich aufe Riffe,
Der kuckt nur de Olle an.

Der Tüpp und sein Kahn gehen unter,
De Riffkes haunse zu Brei.
Und eingestielt hat dat munter
Aufen Huckel de Lorelei.

 


Gretchens Stube. Gretchen am Spinnrade allein

Achottachott, kannet nich glauben,
Dat ich hab Sternkes inne Augen.
Den heißen Heini, wat fürn Massel,
Brachte de Dingskes in mein Dassel.
Sein tun duhne, bin meschugge,
Mein Intellenz kommt nich zum Zuge.
Achottachott, kannet nich glauben,
Dat ich hab Sternkes inne Augen.
Ich bin den Heini seinet Mäusken,
Geh nur mit ihn in mein Kabäusken.
Den süßen Fratz, den Knuddelbär,
Isser nich da, kann ich nich mehr.
Er mein Seger, ich sein Keule,
Er macht nie Knies, macht nie ne Beule.
Achottachott, kannet et nich glauben,
Dat ich hab Sternkes inne Augen.
Wennwer bei son ipschig Pläuschken,
Rappzappzapp von mein Kabäusken,
In son Schrebber mit so Priemeln
De Patschehänd zusammenfriemeln,
Wenner knubbelt oder knutscht,
Dat Herzken inne Bux mich rutscht,
Heini, dann kann ich et glau Farbe ben:
Ey, ich hab Sternkes inne Augen.

 


Straße. Faust. Margarethe vorübergehend.

Faust
Ey, lecker Mäusken, daaf ich wagen,
Dich en bißken anzugraben?
Gretchen
Is nix mit Baggern, bin kein Mäusken,
Geh nur solo inn’t Kabäusken.
(Sie macht sich los und ab.)
Faust

Verdorri, wat en lecker Dier,
Echt sisselmissel wurdet mir.
Wat en Zinken, wat ne Schnüss,
En bißken schnippisch se auch is.
Kulleräugskes, gaanich dumm,
Dat haut den stärksten Fuhrmann um.
Und angepillert hatse mich,
Dat krich ich ausse Birne nich.
(Mephistopheles tritt auf)
Faust
Die Olle musse mich besorgen.
Mephistopheles
Wat für eine?
Faust
Lieber jez als morgen.
Mephistopheles
Dat Etteken, dat grad vorbeigedackelt?
Dat hat dich richtich angefackelt?
Von ihrn Popen kam den Dopp.
Sacht zu den schwatten Schlunzekopp,
Se hätt kein Sündken, wär ne Töffte,
En Seger se nich ham tun möchte.
Bei sonne ipschig Edelschnalle
Sein Teufel seine Muckis alle.
Faust
Ja, tu ich denn der Leo sein,
Dat geht in meinen Kopp nich rein,
Sonz biss Graf Rotz, ziehs ab ne Schau,
Sollz ma malochen, machse blau.
Son echten Hufentünnes ausse Hölle
Kricht sonen Dotz nich aufe Kelle?
Se liegt heut abend in mein Arm,
Sonz kannze mich ma gerne ham!

Schließlich schafft es Mephistopheles doch noch, Faust und Gretchen zusammen zu bringen. Die junge Dame hat sich voll in Faust verliebt.

 


Dat Lied vonne Nibelungens

In Burgund hamse ma so Dönekes gekrakelt auf son Schein,
Vonnen Präses seine Söhnekes und ihre Wämmserein,
Von Muckimänner-Schoten, von Tuttis und von Brocken,
Krichter jez wat geboten, da seiter vonne Socken.

De Kriemhild, ja dat waa en Zahn mit echte staake Quanten,
Wenn Tüppen se gepillert ham, glatt voren Schrank se rannten.
Mit Kriemhild ihre Macker, den Siegfried und den Etzel,
Son paar Korinthenkacker tun machen en Gemetzel.
(...)
Und all de schaafen Freier, de waan nu übere Wupper,
Et dudelte ne Leier, de Stimmung waa nich supper.
Nach Etzel seine Sause den Poscher se versenken,
Mit Ramba is nu Pause, an Zamba kannz nich denken.

Und annen Schluß, dat beste, dat Dingen haut echt rein,
Den Rest von Schützenfeste, wo siehsse nur noch schrein,
So Dierkes und so Jungens, de müssen inne Kur.
Doch all de Nibelungens, de sein jez inne Uhr.


Zampano sein Stift nach Johann Wolfgang von Goethe

Zampano, die Obersocke,
endlich isser außen Schuppen!
Bude sturmfrei, gez macht Bocke,
den son bissken zu betuppen.
Bin nich dösig, war auf Penne,
steh nie aufen Schlauch,
mit son kleinet bissken Kenne
kann ich Stift, wat der kann, auch.

Hömma, Feger!
Halt dich ranne,
schöpp ne Menge
von dat Nass
ma so eben volle Kanne
in Zeit von nix in Pullefass.

Komma her, du dullen Prengel,
nimms dich ma dat ganze Zeug,
kein Gemotze, kein Gequengel,
gez bin ich, der sacht, wat läuft.
Unten hasse Stempel,
oben dran son Kopp,
pack dich fix den Krempel
und zisch ab wie’n Dopp.
Hömma, Feger!
Halt dich ranne,
schöpp ne Menge
von dat Nass
ma so eben volle Kanne
in Zeit von nix in Pullefass.

Kumma, wie der pesen tut!
Bor, schon isser anne Becke.
Mit Karacho, echt voll gut,
fitscht der widder umme Ecke.
Kumma, nomma karrt der ran,
ey, wat is dat doll,
son gefüllten Henkelmann,
macht dat Fässken voll.

’dammte Hacke,
wat ne Masse
von dat Nasse!
Gez is sense! –
Samma, samma, sonne Kacke,
wat war noch den Spruch für Bremse?

Jau, den Spruch, damit son Renner
widder wird son Stöcksken Tanne.
Blöden Sausack! Dösig Penner!
Gib dat Wasserscheppen dranne.
Ey, dat is nich heiter,
bor, der macht nich schlapp.
Karrt der noch so weiter,
säuft die Bude ab.
Bin gekniffen!
Krich en Rappel
voll am Appel.
Mach den alle!
Verratzt und innen Wind gepfiffen!
Son Schlamassel! Wat ne Falle!

Achottachott, dat is en Dingen!
Wenn der weiter is am schütten,
tut in Zeit von nix der bringen
ganze Becke inne Hütten.
Du bematsche Krücke,
datte dat nich schnalls!
Stöcksken mach ne Mücke,
Sonz krich ich en Hals!

Wenne ehrlich
willz nich stoppen,
werd ich kloppen,
werd dich packen.
Stelzenstenz, gez wird gefährlich,
werd zu Klötzkes dich zerhacken!

Hackebeil fest inne Klaue,
hau ich drauf mit hundert Sachen.
Gez, du Dämel, krisse Haue,
Brennholz werd ich aus dich machen.
Rumms, kapaftig, auf die Omme!
Prengelken, gez biss geplättet!
Endlich widder anne Sonne,
aus Schlamassel rausgerettet!
Kerl in Kiste!
Dat Gezumpel
hat en Kumpel.
Und auf Schicht mit Henkelpott
geht son Duo aufe Piste!
Ich krich Schiss! Achochttachott!

Volle Kanne mit Bohei!
Kladdernass und klätschenässer,
gleich is hier wie Baldeney.
Zampano! Ey, komma besser! –
Chef, dich schickt die Engelkes!
Ey, dat is hier Schitt!
Die ausgeklinkten Prengelkes
werd ich nich mehr quitt.

Inne Ecke,
Prengel, Prengel,
kein Gequengel.
Denn son Feger sowieso
schickt nur einer zu die Becke,
doch nie son Stift - nur Zampano ...