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Sauerlandtour 2017 "Christihimmelfahrt"


Tag 1 Die Tour hatte keinen optimalen Anfang. Nach dem Start, und nach nur 500 gefahrenen Metern, bemerkte ich, dass das Zusammenspiel mit dem Gepäck und der Stabilität der Satteltaschenhalterung an meinem Rennrad nicht so optimal ist. Mit 10 Kg Gepäck war es einfach zu schwammig beim Fahren. So drehte ich um und brachte die Satteltaschenhalterung an meinem anderen Fahrrad, das ein wenig robuster ist, an und somit begann die Tour mit einer ½ Stündiger Verzögerung von vorne. Zum Glück ist mein Alltagsrad fit und immer fahrbereit.
Auf den für mich bekannten Abschnitt von Zuhause bis nach Wuppertal-Wichlinghausen lief alles wie geplant. Ab hier verließ ich die Nordbahntrasse und fuhr für ein kleines Stück durch Wuppertal zur Wupper. Jetzt kam das, was nicht kommen sollte. Mein Navi zeigte mir nicht die geplante Abbiegung an (oder ich habe sie verpasst) und fuhr daher daran vorbei. Mein Gedanke war: ‚Entweder drehe ich wieder um oder ich fahre instinktiv und improvisiere.’ Ich nahm die zweite Möglichkeit, fragte mich ein wenig durch und fuhr weiter. Natürlich mit kleinen Umwegen und mit zusätzlichen Steigungsmeter. So einige Straßen kannte ich noch aus meiner Zeit auf meinen Motorradtouren. Unterwegs traf ich dann auf einen Radfahrer meines Alters, der ein wenig aus der Puste war. Ich habe mich ihm für eine kurze Distanz angeschlossen und ihn bis zu seinem Zuhause in Radevormwald begleitet. Auf dem Weg zeigte er mir einen Teil der Wuppertalsperre und seiner Umgebung. Der kleine Umweg war mir im Prinzip auch egal, dafür hatte ich eine gute und nette Unterhaltung.
Nachdem wir uns verabschiedet hatten, musste ich mich erst einmal orientieren um auf meiner alten Route zu gelangen. Es ging weiter nach Hückeswagen und nach Wipperfürth. In Wipperfürth stieß ich auf der Bahntrasse „bergisch Born-Marienheide“ die zu dem Panoramaradweg Balkantrasse gehört. Auf dieser Trasse hatte ich dann auch einen Plattfuß und es schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: ‚Du hast das Rad gewechselt und nicht daran gedacht für dieses Fahrrad Ersatzschläuche einzupacken.’ Die Ersatzschläuche, die ich dabei hatte, waren für mein Rennrad. Wäre zur Not gegangen, aber für einen weiteren Platten vorprogrammiert. Zum Glück hatte ich an dem Fahrrad mein Standard Reparaturset dabei, wo immer ein Ersatzschlauch drin ist. Glück gehabt und der Platten war schnell behoben. In Marienheide fand mein Navi mal wieder den Weg nicht und ich musste mich durchfragen. Schilder nach Meinerzhagen habe ich auch nicht gesehen. Also, mal wieder Fragen. Dann traf ich auf ein Ehepaar, die mir weiter halfen und mich ein wenig durch die Landschaft führten.
An der Brucher Talsperre trennten sich dann unsere Wege und ich ließ mir erklären wie ich weiter fahren sollte. Mein Ziel wäre nicht mehr so weit, so ca. 10 KM, aber mit einigen Steigungen. Sie hatten Recht, weil sie sich auch auskannten. Vor Meinerzhagen musste ich einen Berg hinauf von 2,5 km Länge und mit einer bis zu 8% Steigung. Oben angekommen ging es wieder bergab und ich merkte, dass ich mal wieder eine Abbiegung verpasst hatte. Also, zurück und wieder bergauf. Die Abbiegung jetzt nicht verpassen und es ging wieder 1 KM bergab. Am Ende der Straße ging es noch einmal ein paar hundert Meter bergauf und ich hatte langsam keinen Bock mehr. Mein Ziel hatte ich aber fast erreicht. Die Straße, wo die Pension lag, hatte ich erreicht und jetzt musste ich nur noch die Pension finden. Diese hatte die Hausnummer 8. Ich fuhr an die Hausnummer 6 vorbei und danach kam die Nummer 10. Wo ist die Hausnummer 8? Ich fragte einen Bewohner aus der Straße und ließ mir erklären, dass in dieser Straße alles anders ist. Die Nummer 8 ist am Ende der Straße und nicht zu übersehen. Grins.

Der Tag war anstrengend mit 105 KM und 1.580 hm. Das Wetter war sonnig und mit 20° angenehm. Jetzt benötigte ich erst einmal eine Dusche, was Kaltes zu Trinken und anschließend was zu essen.


Tag 2  Der Morgen fing mit einem sehr guten Frühstück an, genau das Richtige für mich. Eine riesige Auswahl und für Jeden etwas dabei. Nach einem ausgiebigen Frühstück bin ich dann gegen 10 Uhr wieder losgefahren auf meine zweite Etappe. Meine Laune war gut und das Wetter genauso. Nach den ersten 2 KM fing wieder ein längerer aber nicht so steiler Anstieg von ca. 3 KM Länge an. Etwa nach 15 KM kam auf meiner geplanten Route eine Straßensperrung und ich musste mal wieder frei Schnauze fahren und improvisieren. Irgendwie machen solche Umwege zu fahren Spaß, denn der Weg ist das Ziel. Und zum Glück gibt es Straßenschilder, so dass ich der Beschilderung zur Listertalsperre folgen konnte. Die Belohnung, ein paar hm1 extra. Von der Listertalsperre aus fuhr ich weiter nach Attendorn und machte noch ein paar Panoramafotos von der Talsperre. Jetzt musste ich nur noch nach Attendorn den Ruhr-Sieg-Radweg finden, was mal wieder schwieriger war. Der Ruhr-Sieg-Radweg ist auch eine ehemalige Bahntrasse und bekannt. Gefunden habe ich den Radweg zwischen Attendorn und Finnentrop. Ab jetzt war es kein Problem mehr bis nach Eslohe bzw. nach Berge zu gelangen. Ich konnte den Radweg ca. 40 KM genießen. Der Ruhr-Sieg-Radweg ist so ähnlich wie der Panoramaradweg Niederbergbahn von Kettwig nach Velbert und mit einer leichten aber nicht endenden und wollenden Steigung. Diese Steigung ist viel länger. Im Örtchen Berge musste ich den Radweg verlassen und es ging auf der Straße weiter. Beziehungsweise fuhr ich hin und wieder auch die Wegweiser der Radfahrrouten, so auch nach Sundern, was ich nicht hätte machen sollen. Mal wieder musste ich mich für den Genuss richtig Quälen. Ich konnte ja nicht ahnen, dass es auf den höchsten Punkt in der Gegend rauf geht, auf asphaltierten Feldweg mit heftigen Steigungen von bis zu 10 % und zum Teil mit groben Schotter. Auf 1,5 KM Länge und mit 120 hm schon ordentlich. Nach der Anstrengung war es aber nicht mehr als zu weit und ich kam meinem Ziel näher. Jetzt musste ich nur noch durch Sundern und durch die Ortschaft Amecke. Nach Amecke kam dann mein Zielort Balve. Aber wie am ersten Tag, kurz vor dem Erreichen meines Endpunktes mal wieder eine deftige Steigung, die mich auch hier die letzte Kraft kostete. Die letzten KM nach Balve waren flach und zum Schluss ging es nur noch bergab in den Ort rein. Die Pension lag am Anfang von Balve und die Etappe war zu Ende.

Die zweite Etappe war genauso anstrengend wie die erste mit 103 KM und 1360 hm mal wieder ordentlich. Das Wetter spielte mal wieder mit mit 23° und mit wenig Wolken. Wie nach jeder langen Tour, schnell was kaltes Trinken und eine Dusche.


Tag 3 Die Nacht habe ich gut geschlafen. Frau Walthermann, die Hausherrin, hat mich gut und liebevoll versorgt. So wie Frau Walthermann noch aus dem alten Eisen und Generation ist, ist genauso die Pension. Die Pension hat noch den Scharm aus den 1960er Jahren. Eine klassische Pension auf dem Lande mit viel Vergangenheit. Das Frühstück war genauso klassisch. Es gab Brötchen, Brot, Wurst, Marmelade und ein gekochtes Ei. Entspricht nicht mehr dem heutigen Stand. Aber alte Gewohnheiten lassen sich nicht mehr ändern. Um 9 Uhr bin ich dann zu meiner letzten Etappe los gefahren. Ich bin ganz entspannt los, da ich wusste, es kommen keine großen Steigungen mehr. Bis nach Menden ging es nur noch leicht bergab und zügig vorwärts. Geholfen hat auch ein leichter Rückenwind. Ab Menden musste ich nur noch eine Zufahrt zum sagenumwobenen Ruhrtalradweg finden. Ich brauchte mal wieder eine Zeit bis ich einen Weg gefunden habe, obwohl die Ruhr immer in Sicht war. Als ich den Ruhrtalradweg aufgespürt hatte, war ich schon enttäuscht von dem Radweg. Zum Teil ist es ein Ruhrtalweg ohne "Rad". Schlechte Fahrbahndecke, holprig und es geht von der rechten Uferseite zur linken Uferseite und wieder auf die andere Seite. Dazu kommt noch, dass der Radweg nicht grundsätzlich an der Ruhr entlang führt. Abgesehen davon, dass der Radweg hin und wieder keine 2 Meter breit ist und bei Gegenverkehr verdammt eng wird. Der Weltbekannte Radweg hat diesen Status (meiner Meinung nach) nicht verdient. Zumindest nicht auf diesem Abschnitt. Erst nach der Stadt Wetter, wo mir der Radweg gut bekannt ist, kann man auch wieder ‚Radweg’ dazu sagen. So manches Mal habe ich geflucht über diesen holprigeren Weg. Die letzten Kilometer von Witten aus und am Kemnader See vorbei in Richtung Hattingen waren ein Kinderspiel. Ab Hattingen habe ich die Tour abgekürzt und, statt an der Ruhr weiter zu fahren, bin ich die letzten Kilometer auf der Straße über Bochum-Weitmar nach Hause gefahren.

Die dritte und letzte Etappe war nur noch 95 KM lang und mit 450 hm angenehm und somit nicht so anstrengend. Heute war der wärmste Tag mit 27° und sonnig.


1  hm=Höhenmeter